Tagebuch einer Hundemama - Kapitel XV bis XVIII

Kapitel XV: Nehmt Abschied Brüder!

Jetzt sind sie weg. Einfach so! Wie 8 Wochen so schnell vergehen können - Wahnsinn! Mit Tränen in den Augen haben wir unsere kleinen Adams- Jungs nun in die liebevollen Hände ihrer neuen Familien übergeben! Auf der einen Seite waren wir natürlich traurig, dass wir nun keine quieckende Rasselbande mehr im Wohnzimmer haben. Auf der anderen Seite wurde es jetzt aber auch Zeit, dass die kleinen Knuffelbären die Welt erkunden dürfen. Die 4 Wände des Auslaufes, die zwischen den Welpen und der Freiheit standen, wurden zunehmend angebellt und das "Möbilar" im Auslauf immer mehr auseinandergenommen! Aus dem Garten wollten die Racker gar nicht mehr raus und vom Spielen konnten sie nicht genug bekommen.
Da alle Welpen ihre neuen Familien schon kannten, fiel ihnen der Abschied auch nicht allzu schwer. Leon (der zweite Rüde) hat zwar die ersten Minuten im Auto gejammert, hat dann aber den Rest der 1,5 stündigen Fahrt geschlafen und umhergeschaut. Little Karlsson (der dritte Rüde) hat bspw. seine erste Nacht im neuen Heim schon durchgeschlafen. Bisher hat es bei den Familien so gut wie keine Maleurs in der Wohnung gegeben. Jansson (so heisst jetzt mein erstgeborener Rüde) hat sich schon am ersten Morgen daheim an der Terrassentür gemeldet, um sein großes Geschäftchen draußen im Garten machen zu dürfen! Talsperren- Joshi (so haben wir meinen vierten Rüden liebevoll genannt, da er mit seiner neuen Familien unmittelbar an einer großen, sauberen Talsperre wohnt - ein Retrieverparadies also) ist mutig dabei, seine Umgebung zu erkunden. Wir sind soooo stolz auf unsere kleinen Babys und die liebevollen Familien, dass (bisher zumindest) alles so gut klappt! Weiter so und viel, viel Spaß mit meinen/ Euren A.'s :-)))

Kapitel XVI: Wieder allein zu Haus!

Bei uns allen war der Trennungsschmerz schon etwas grösser. Alex und Dörte waren traurig, aber erleichtert, dass es meinen Babys in Freiheit jetzt besser geht. Ich habe zuerst gar nicht verstanden, dass meine Kleinen nun für immer weg sind. Erst als Mama Alex den Welpenauslauf abbaute, habe ich realisiert, dass wir nun "alleine" sind - die Menschenmamas, Robin, Brandy und ich! Erst habe ich ein wenig gejammert, aber dann sind wir alle vor Erschöpfung eingeschlafen. Klein Brandy hat wohl auch gemerkt, dass ihre Brüder weg waren, denn sie hat mich und Robin ständig zum Spielen aufgefordert. Es macht auch höllisch viel Spaß mit ihr zu spielen. Bis auf ein paar Schläfchen zwischendurch haben wir den ganzen Tag miteinander gespielt! Da werde auch ich noch mal zum Kind! Für Robin war Brandy anfangs zu ungestüm. Er hat sie am ersten Tag nicht in unserem Rudel akzeptiert und wollte somit auch nicht mit ihr spielen. Im Gegensatz zu mir als Mutter konnte er ja nicht wissen, dass sie jetzt dazu gehört. Aber nachdem wir einige Male nebeneinander gefressen hatten und er immer ein Leckerli bekommen hat, wenn sie ihn wieder genervt und er nicht gegrummelt hat, ging es besser. Mama Dörte war wirklich einfühlsam und hat Robin den ganzen Tag nur "Liedchen gesungen", d.h. ihn ständig dafür belohnt, dass er einfach nur da war und Brandy überhaupt tolerierte. Ihr hatten wir es dann wohl auch zu verdanken, dass er schon nach einem Tag angefangen hatte, mit ihr zu spielen (er hatte anscheinend erkannt, dass er uns Weiber nur im Doppelpack bekommt)! Nur kuscheln will er noch nicht so recht - aber das wird denke ich auch noch werden (heute hat er zumindest schon mal auf einem Deckchen mit ihr geschlafen, mit Körperkontakt!). Nachdem er damals zu uns gekommen war, hat es fast 2 Wochen gedauert, bis er mich in seinem Rudel akzeptiert und mit mir gespielt hat. Damals war ich anfangs total schockiert, dass der Robin, der vorher stundenlang mit mir gespielt hatte, wenn wir bei den Timeless Goldens zu Besuch waren, nicht gleich mit mir spielen wollte. Auch deshalb war ich heilfroh und überglücklich, schon am ersten Tag mit meinen beiden Schätzchen gleichzeitig toben zu können. War das nachher ein Chaos im Wohnzimmer! Ich glaube, wenn Mama nicht so froh darüber gewesen wäre, dass wir uns alle so gut verstehen und auch Robin mit Brandy spielt und nicht nur mit mir, wäre sie sauer über diese Unordnung gewesen!? Wir hatten nämlich sämtliche Spielzeuge im ganzen Haus verstreut und alle Deckchen durchgewühlt! Jetzt gehört Brandy zu unserem Rudel und ich weiß, dass wir noch eine Menge Spaß miteinander haben werden :-)
Ich habe ja gedacht, dass der Streß nun weniger würde, aber da hatte ich mich gründlich getäuscht! Ich muß die ganze Zeit aufpassen, dass Brandy nicht wegläuft und nichts anstellt. Ich gehe auch immer mit raus, wenn die Mamas mit Brandy zum Pipi machen hinters Haus gehen. Im Moment lasse ich sie nicht gerne aus den Augen. Wenn sie sich hier eingelebt hat, kann sie ja alleine herumstöbern. Meine Tochter kommt  zum Schlafen immer zu mir, egal, ob ich im Körbchen liege oder auf dem Balkon. Es ist so befriedigend, mit ihr zu kuscheln - Robin weiß gar nicht, was er verpasst!

Kapitel XVII: Ein traurig- schöner Tag für uns - Karlssons Rückkehr!

Meine Babys waren gerade 3 Tage weg und wir drei, also Robin, Brandy und ich hatten uns gerade wieder "eingelebt", da klingelte das Telefon. Die Mamas waren sprachlos (das kommt relativ selten vor) und ihre Gesichter mit Sorgenfalten versehen. Anny, sagten sie, Dein kleiner Karlsson kommt zu uns zurück! Was für ein Schreck, damit hatten wir gar nicht gerechnet. Dabei waren wir doch so froh, eine solch nette Familie für ihn gefunden zu haben!? Sie kamen direkt am gleichen Abend, ohne Kinder. Tränenüberströmt betraten sie unser Haus - mit Karlsson! Eigentlich wollten sie little Karlo gar nicht weggeben, aber berufliche Veränderungen zwangen sie dazu. Nach einem tränenreichen Abschied war es also klar - Karlsson bleibt erst mal hier! Ich habe das zu dem Zeitpunkt noch nicht so recht verstanden, weshalb ich dachte, die anderen kämen nun auch noch. Überall suchte ich verzweifelt nach ihnen, aber es waren nur zwei. Hatte ich die anderen verloren? War ich schuld? Vor Aufregung konnte ich tagelang nicht richtig schlafen und wollte ständig raus, um im Außenauslauf und meiner damals gebuddelten Wurfhöhle nach den anderen zu suchen. Aber vergebens. Eigentlich hatte ich 2 Tage zuvor beschlossen, dass meine Brandy nun allein von den Mamas versorgt werden könnte, aber die Ernährung von 2 Welpen wollte ich ihnen nicht zumuten. Das merkte mein Körper wohl auch, denn am nächsten Morgen hatte schon wieder genug Milch, um beide Säugen zu können. Robin, der sich gerade erst mit einem Welpen anfreunden konnte, war total ungehalten und ungeduldig. Ich kann nur hoffen, dass sich das in den nächsten Tagen bessert. Die Mamas, ich und Brandy freuten uns über den überraschenden Familienzuwachs. Jetzt habe ich noch einen Spielgefährten mehr. Liebes Tagebuch, Du kannst Dir gar nicht vorstellen, was wir für eine Freude beim Spielen hatten! Nur die Mamas waren manchmal ein wenig genervt, da die beiden Kleinen beim Spielen ständig unter sich machten. Ich kenne das ja noch von mir. Wenn man in dem Alter abgelenkt ist, geht es halt daneben. Das Problem war nur, dass meine Brandy in den Tagen vorher eigentlich schon fast stubenrein war. Von Durchschlafen ist jetzt auch keine Rede mehr. Ich für meinen Teil schlafe momentan lieber im Wohnzimmer, denn die Kleinen halten die Mama nachts ganz schön auf Trab!
Doch in einem sind wir uns alle einig: Es gibt nichts schöneres als einen kuscheligen flauschigen Welpen im Arm bzw. zwischen den Läufen liegen zu haben - doch, zwei kuschelige Welpen:-) Kalt wird mir jetzt auch nicht mehr, denn ich habe jetzt immer 2 Fellwärmer um mich herum liegen! So langsam verstand ich dann auch, dass die anderen Babys immer noch weg sind und nur Karlsson zu unserem Rudel dazu gekommen ist. Die Mamas und ich haben lange beratschlagt, aber behalten können wir ihn nicht. Neben dem Rollstuhl von Dörte (und natürlich auf der Couch, aber psst!) ist einfach nur Platz für 3, leider! Jetzt sind die beiden ja noch klein, aber wenn sie genauso groß sind wie wir...?! Also müssen wir jetzt eine neue liebevolle Familie für meinen so süüüüßen Karlsson finden. Ach Tagebuch, wenn ich doch nur in Worten auszudrücken vermöge, wie toll der kleine Held ist! Wir können nur hoffen, dass wir schnell fündig werden. Nicht, dass wir ihn nicht gerne um uns hätten, aber wir wollen ja, dass Karlsson möglichst viel der kostbaren Welpen- bzw. Prägezeit mit seiner neuen Familie verbringen kann. Und bis dahin spielen und kuscheln wir, was das Zeug hält :-)))))

Kapitel XVIII: "Nun ist er weg, weg...und wir sind wieder allein, allein"!

Genau im Alter von 11 Wochen wurde mein kleiner Karlsson von seiner neuen Besitzerin abgeholt. Für alle Beteiligten war dieser Abschied der tränenreichste von allen. Wir hatten uns in den letzten Wochen doch schon arg an den kleinen Racker gewöhnt. Sogar Robin hatte akzeptiert, dass little Karlo nun dazu gehört. Dass dieser Rudelzuwachs nur kurzfristig war, hatten wir Hunde total verdrängt und ihn vollständig in unser Rudel integriert. Die Mamas haben sich immer amüsiert, wenn wir zu viert gespielt haben. Ich kann Dir sagen, da sind die Haare geflogen - mein lieber Scholli!
Aber wir hatten Glück im Unglück! Kurz nachdem Karlsson zu uns zurück gekommen war, rief eine nette Frau aus Darmstadt an, die schon damals einen Welpen von mir haben wollte, als leider schon alle vergeben waren. So war es für Greta, so heisst die junge Frau, eine "glückliche" Fügung, dass ausgerechnet Karlsson, in den sie sich schon vor Wochen verliebt hatte, zurückkam. So stand die Entscheidung relativ schnell fest - Karlsson geht nach Darmstadt :-) Als er abgeholt wurde, versuchten wir alle tapfer zu sein, vor allem die Menschen- Mamas wollten uns nicht spüren lassen, wie schwer ihnen der Abschied fiel. Aber wie groß der Abschiedsschmerz auch war, wir wussten alle, dass es besser so war! Denn jetzt genießt Karlsson allein die Aufmerksamkeit seiner neuen Familie - und das gönnen wir unserem "Karli- Bäääär" ganz besonders :-)
Damit wir keine Zeit hatten, Trübsal zu blasen, fuhren wir direkt nach dem Abschied in die Hundeschule. Nach der Welpenstunde war Brandy sooo müde, dass sie die Trennung gut wegsteckte. Da ich noch ein wenig gejammert habe, hat Mama Alex dann mit mir statt mit Robin Agility gemacht. Mensch, das macht ja fast so viel Spaß wie die Dummy- Arbeit !! Das kann die Mama ruhig öfter mit mir machen :-) Aber ich gönne Robin ja die Stunde mit Alex! Ich habe ja die Dummy- Stunde! So ging der besagte Samstag dann sehr schnell rum und wir hatten nur am Rande Zeit, um Karlsson zu "trauern".
In den nächsten Tagen merkten wir hier und da, dass K. fehlte, aber da Brandys Erziehung uns dermaßen auf Trab hielt, ging es. Brandy macht uns sowieso viel Freude. Sitz, Platz und Hier kann sie aus dem FF. Die Kommmandos wie Fuß und Apport (gaaaanz wichtig, sonst bekommt Mama Dörte ihr Zigarettenpäckchen nicht, hihi!) müssen sich noch festigen. Einige Dinge muß meine Kleine noch lernen, wenn sie auch irgendwann ein Rollstuhl- Hund werden will. Denn es ist ein sooo schönes Gefühl, neben dem Rolli herzulaufen: Die Mama ist dann stolz auf mich und ich bin stolz auf sie - und das merken die Leute, die uns staunend hinterher blicken. Ein gutes Gefühl!
Aber auch Robin macht uns viel Freude. Seit Brandy da ist, hat Robin anscheinend verstanden, dass ER jetzt der Erwachsene sein und zuverlässig hören muss. Seit Robin vor 1,5 Jahren zu uns kam, versuchen die Mamas ihm das "Pfötchen geben" beizubringen. Eigentlich ist das ja nicht schwer, denn wir müssen das ja eh bei jedem Füße abputzen machen. Ich glaube, Robin wollte einfach kein Pfötchen geben. Aber pünktlich zu seinem 5. Geburtstag hat er Mama Dörte zum ersten Mal aus freien Stücken Pfötchen gegeben! Dörte hat vor Rührung fast geheult! Überhaupt versuchen wir Hunde den Mamas das Leben zu erleichtern, denn die hatten in den letzten Wochen ja genug Streß ;-)

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